Ein wichtiger Baustein der Vorsorge, auf den ich bisher noch gar nicht eingegangen bin, ist die Berufsunfähigkeitsrente. In vielen Versicherungsverträgen ist dazu folgende Definition zu lesen:
„Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich für die Dauer von mindestens 6 Monaten (Prognosezeitraum) außer Stande ist, seinen Beruf, wie er vor Eintritt der Krankheit, Körperverletzung oder des Kräfteverfalles beschaffen war, auszuüben.“
Wer also seinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann, hat einen Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente. Dies ist auch durch die gesetzliche Rentenversicherung abgedeckt. Allerdings zahlt diese zumeist erst dann, wenn man nahezu vollständig erwerbsunfähig ist (also so gut wie überhaupt gar keiner Tätigkeit mehr nachgehen kann – auch keiner tätigkeitsfremden!) und dann lässt sich mit dieser Rente auch nur in den seltensten Fällen der gewohnte Labensstandard annähernd halten.
Wer allerdings privat eine Versicherung abgeschlossen hat, bekommt auch schon eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn lediglich eine teilweise Berufsunfähigkeit vorliegt und man nur noch zu 50% in der Lage ist, seinem Beruf nachzugehen.
Auch wenn vor allem viele junge Menschen daran keinen Gedanken verschwenden, so ist es doch fast jeder vierte Arbeitnehmer, der vorzeitig berufsunfähig wird! Man sollte sich also auf jeden Fall Gedanken darüber machen, eine solche Versicherung abzuschließen.
Es ist sogar so, dass gerade Berufseinsteigern der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsrente empfohlen wird, da die Absicherung im Rahmen der gesetzlichen Rente erst ab 5 Jahren Berufstätigkeit einsetzt. Außerdem bekommen vor allem die jungen Arbeitnehmer die besten Konditionen bei den Versicherungsunternehmen.
Entscheidend bei der Höhe der monatlichen Zahlungen ist das Geschlecht, das Alter und vor allem auch der ausgeübte Beruf. So zahlt ein Büroangestellter teilweise weniger als ein Drittel von einem Handwerker, der einem körperlich anstrengenden oder gefährlichen Beruf nachgeht. Hier ist es sehr wichtig die verschiedenen Anbieter genau zu vergleichen um das ideale Paket zu finden.
Experten raten dazu, mindestens 30% des aktuellen Einkommens abzusichern. Es sollte außerdem so viel Rente ausgezahlt werden, dass der Versicherte im Optimalfall mit diesem Geld auch noch für sein Alter vorsorgen kann. Es ist also sinnvoll, die Berufsunfähigkeitsrente dynamisch zu gestalten, so dass in jungen Jahren eine weitaus höhere Summe im Schadensfall ausgezahlt wird, als kurz vor dem Renteneintritt.

