Wie Bild.de berichtet, soll die schrittweise Einführung der Rente mit 67 möglicherweise kippen.
Grund dafür sei die anhaltende Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosenzahlen und die schlechten Karten älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Erste Politiker, darunter SPD-Bundestagsabgeordneter Florian Pronold, zweifeln aus diesem Grund an der Einführung der Rente mit 67. Pronold äußerte sich gegenüber der Bild: „Ich gehe davon aus, dass die Rente mit 67 wegen steigender Arbeitlosenzahlen in der Wirtschaftskrise nicht in Kraft treten kann. Denn schon jetzt ist abzusehen, dass die im Gesetz vorgeschriebene Überprüfung ergeben wird, dass Ältere auf dem Arbeitsmarkt immer schlechtere Chancen haben. Wir müssen diese Überprüfungsklausel ernst nehmen und gegebenenfalls reagieren.„
Doch auch gegen die Aufweichung der Rente mit 67 werden bereits Stimmen laut. CDU-Politiker Karl-Josef Laumann sprach sich gegen eine Abkehr von der geplanten Steigerung des Renteneintrittalters von derzeit 65 auf 67 Jahre aus, um Unternehmen und Betriebsräten nicht neue Möglichkeiten für den Vorruhestand zu geben. „Wir müssen jetzt ganz klar sagen, dass wir uns da nicht bewegen.“
Es gäbe auch andere Wege und Mittel, ältere Menschen in Beschäftigung zu halten, als die Abkehr von der Rente mit 67. Die Krise am Arbeitsmarkt werde nicht ewig dauern. Zudem sorge die schrittweise Anpassung des Renteneinstiegsalters zwischen 2012 und 2029 für einen gleitenden Übergang.
Dennoch sieht das 2007 beschlossene Gesetz eine regelmäßige Überprüfung vor, ob die Erhöhung der Altersgrenze unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage sowie der wirtschaftlichen und sozialen Situation älterer Arbeitnehmer weiterhin vertretbar ist.
Kritiker wie Pronold und weitere SPD- und Linke-Abgeordnete berufen sich auf eben diese Klausel und betonen, dass die Rente mit 67 unter den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr zumutbar sei. SPD-Frau Ursula Engelen-Kefer sagte der Bild: „Es wäre wirtschaftliches, soziales und politisches Harakiri, in dieser schlimmsten Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren, an der Rente mit 67 festzuhalten.„